Das Fürst-Pless-Horn wird in unserem Verein hauptsächlich zur musikalischen Ausbildung des Bläsernachwuchses genutzt.

Wir greifen jedoch auch gerne auf das "kleine" Horn zurück, wenn man seine Vorteile voll ausspielen kann- Handlichkeit und ein kristallklarer Klang der weit in Berg und Tal zu hören ist. Somit begleitet es uns, wenn wir in Wald und Flur unterwegs sind: sei es auf Wanderungen, unserer Vatertagsfeier im Weiten Tal oder bei der musikalischen Begleitung einer Jagd.

Jacques Du Fouilloux: La Venerie 1561
Jacques Du Fouilloux: La Venerie 1561

In seinem Aufbau und Aussehen entspricht das Horn weitgehend dem Jagdhorn das bei fürstlichen Jagden des 16. Jahrhunderts geführt wurde.

 

Das "Jägerbuch" von Jacques Du Fouilloux, erstmals 1561 erschienen, beinhaltet auch  "des Jägers Horn und Stimm und wie er sich deren auf der Jagd, recht gebrauchen soll". Mit seinen Notenbeispielen und bildlichen Darstellungen ein Standardwerk dieser Zeit, das ab 1590 auch in deutscher Sprache weite Verbreitung fand.

 

Dieses Werk fällt also in die Zeit des Pfalzgrafen Johann Casimir, eines leidenschaftlichen Jägers, der über enge Kontakte nach Frankreich verfügte. Sicher war dieser Horntyp bei den Jagden des traditionellen "Jäger aus Kurpfalz" in Heidelberg und Umgebung im Gebrauch.

Jean-Baptiste-Siméon Chardin: Attribute der zivilen Musik 1766
Jean-Baptiste-Siméon Chardin: Attribute der zivilen Musik 1766

Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts entwickelte sich neben diesem Horntyp das Parforcehorn, welches zu Pferde auf fürstlichen Parforcejagden eingesetzt wurde. Doch auch das "kleine Horn" fand weiterhin Verwendung, wie zahlreiche Abbildungen dieser Zeit bezeugen.

 

Seinen heutigen Namen und seine endgültige Form erhielt das "kleine Horn" um 1880 von Hans Heinrich XI., Fürst von Pless, der die preußischen Forstbediensteten mit diesem Horn ausstatten lies. Schnell verbreitete sich das Fürst-Pless-Horn und wurde deutschlandweit bei Jagden eingesetzt. Die Jäger verfügten nun über ein einheitliches Instrument in der Tonart Bb, die Jagdsignale konnten standardisiert werden. Heute ist das Fürst-Pless-Horn fester Bestandteil des jagdlichen Brauchtums, und hat als solches einen hohen Stellenwert.

Eines der Fürst-Pless-Hörner des Vereins, das 1961 vom Sportschützenverein Schriesheim gespendet wurde.
Eines der Fürst-Pless-Hörner des Vereins, das 1961 vom Sportschützenverein Schriesheim gespendet wurde.

Jagdhornbläsergruppe

Schriesheim e.V.

Joachim Nelles

Bergstraße 6
69488 Birkenau

joachim.nelles@gmx.net
Tel.: 0 62 01 46 98 38