Das Horn ist eines der ältesten Instrumente der Menschheit. Namensgebend und auch bestimmend für die konische Bauform sind Tierhörner. Schon früh wurde begonnen längere Holzhörner herzustellen, was den Tonumfang des Instrumentes erheblich vergrößerte. Auf Darstellungen des Mittelalters ist oft nicht eindeutig, ob es sich um Instrumente aus Tierhörnern oder Holz handelt. Diese Instrumente leben heute noch beispielsweise als Alphörner oder Schofar fort.

Hornbläser zur Zeit der Staufer.  Rolandslied der Heidelberger Bibliotheka Palatina. Ende 12. Jahrhundert.
Hornbläser zur Zeit der Staufer. Rolandslied der Heidelberger Bibliotheka Palatina. Ende 12. Jahrhundert.

Die Herstellung von Instrumenten aus Metall setzte in der Bronzezeit ein. Hier sind vor allem die Luren der Kelten oder die Signalinstrumente des römischen Militärs zu nennen.

Cornu-Bläser auf der Trajansäule in Rom, 1.Jh. n. Chr.
Cornu-Bläser auf der Trajansäule in Rom, 1.Jh. n. Chr.

Die Cornu der Römer waren G-förmig gebogene Instrumente, die ca. 3m lang waren. Aufgrund ihrer Länge hatten sie schon fast den Tonumfang unserer Parforcehörner. Beim römischen Militär hatten die Hörnbläser eine herausgehobene Funktion.

 

Die Cornu waren in unserer Heimat weit verbreitet. Mundstücke solcher Cornu wurden beispielsweise im Taunus und am Kaiserstuhl gefunden.

 

Im Römermuseum Osterburken ist ein Weihestein ausgestellt, den am Limes stationierte Hornbläser anfertigen ließen.

Nach dem Ende der Römerzeit verschwanden diese aufwändig gefertigten Blechblasinstrumente wieder und man ging wieder dazu über Hörner aus Holz und Tierhörnern herzustellen. Erst im 15. Jahrhundert wurde wieder begonnen Instrumente aus gebogenen Metallröhren zu fertigen.

 

Fanfaren- und Hornbläser im Jahr 1502
Fanfaren- und Hornbläser im Jahr 1502

Neben Fanfaren, deren Herstellung einfacher war, da nur zwei kurze gebogene Teile benötigt wurden, stellte man ab dem Spätmittelalter auch größere, kreisförmig gebogene Instrumente her. Vermutlich verfügten sie über die doppelte Länge der zeitgenössischen Fanfaren, um mit ihnen gemeinsam musizieren zu können.

 

Ein solches Instrument ist in der "Publij Virgilij Maronis Opera" von Sebastian Brant aus dem Jahre 1502 dargestellt. Ein Exemplar des in Straßburg gedruckten Werkes war im Besitz der pfälzischen Kurfürsten und befindet sich heute in der Bibliothek der Universität Heidelberg.

 

Bei einem geschätzten Durchmesser von 45 cm verfügt das dort gezeigte Instrument über eine Rohrlänge von 4,20 m und damit über den Tonumfang unserer heutigen Parforcehörner.

 

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert entstanden dann auch Hörner die ausschließlich jagdlichen Zwecken dienten. Mehr darüber unter "Fürst-Pless-Horn".

Jagdhornbläsergruppe

Schriesheim e.V.

Joachim Nelles

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