Jagdsignale und Fanfaren des 18. Jahrhunderts

Die ältesten Musikstücke unseres Repertoires sind Jagdsignale, die während den Parforcejagden geblasen wurden. Richtungsweisend waren hier die Kompositionen des Marquis de Dampierre (1676-1756), dem "Vater der Jagdfanfaren", dessen Signale auch heute noch Verwendung finden.

Das Halali von Marquis des Dampierre (Almanach du Chasseur 1773)
Das Halali von Marquis des Dampierre (Almanach du Chasseur 1773)

 

Die Jagdsignale und Fanfaren des 18.Jh. wurden im Laufe des 19.Jh. durch einige feierliche Musikstücke ergänzt. Ein Beispiel ist das ruhige und ergreifende Musikstück "Derniers Adieux" (Letzer Abschied), das von Henri Joliot in Erinnerung an seinen 1870 gefallenen Freund Marquis de Champigny komponiert wurde. Wir greifen bei traurigen Anlässen oder Totengedenken auf dieses Musikstück zurück.

Hier ein Klangbeispiel vom Bläsertreffen 2012: http://youtu.be/9LjqkfYcXRY

 

Österreichische Jagdmusik des 19. Jahrhunderts

Als Wiederbegründer der österreichischen Jagdmusik bzw. der k.u.k. Hofjagdmusik gilt Josef Schantl (1842-1902). Impuls dazu gab der Auftrag an Josef Schantl für den Festzug zur Silbernen Hochzeit des Kaisers Franz-Josef und der Kaiserin Elisabeth (Sisi) am 27. April 1879 die Musik der "Historischen Jagdgruppe" zu komponieren. Diese Bestand zunächst aus 13 Fanfaren: Jagd anblasen, Jagd abblasen und elf Fanfaren für die "Höchsten und hohen Jagdherren". "Jagd anblasen" ist schon lange in unserem Repertoire, für das Landesbläsertreffen in Pforzheim haben wir den "Bärenjägermarsch" von Josef Schantl einstudiert.

Hier ein Videomitschnitt unseres Auftrittes in Pforzheim: https://youtu.be/vw24ef2atxU

 

 

Hubertusmessen

Die Musikstücke für die traditionellen Hubertusmessen sind größtenteils zur Jahrhundertwende entstanden. Das Introit von Tyndare Gruyer (1850-1936) haben wir 2015 in unser Repertoire aufgenommen. Hier haben wir die Noten selbst gesetzt und greifen dabei sowohl auf Klangbeispiele zurück, als auch auf die Noten von Hermann Baumann und Wilhelm Bruns.

 

 

Von Gaston Chalmel (1907-1993) blasen wir aktuell zwei Musikstücke während unseren Hubertusmessen: Das Kyrie, in der von Hermann Baumann herausgegebenen Notenfassung und den Marche Solennelle. Gaston Chalmel war ab 1936 "chef d'orchestre" der "Débuché de Paris", also der führenden Trompe de Chasse-Gruppe Frankreichs. Für die traditionelle Hubertusmesse komponierte Chalmel einen neuen "Feierlichen Einzugsmarsch", der in älteren Aufnahmen auch als solcher gekennzeichnet ist: Marche Solennelle d' entrée, bzw. Marche Solennelle (entrée de messe). Das älteste uns bekannte Klangbeispiel stammt vom November 1968.

Während die erste Zeile noch ganz an das kurze "Introit" von Tyndare erinnert, wächst Marche Solennelle zu einem vollwertigen konzertanten Musikstück heran, das dem Bläser konditionell einiges abverlangt. Wir haben uns entschieden den "Marche Solennelle" als feierlichen Abschluss am Ende der Messe erklingen zu lassen.

 

Hier der "Marche Solennelle" während unseres Auftritts beim Landesbläsertreffen in Pforzheim 2016: https://www.youtube.com/watch?v=rcWcNpE_Fqs

 

Jagdhornbläsergruppe

Schriesheim e.V.

Joachim Nelles

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